Als 1926 die Leichtathletikabteilung der Eintracht unter Leitung von Hermann Bosse in voller Blüte stand, kam Sprinter Willi Klingberg der Gedanke, für die Leichtathleten als Ausgleichssport Hockey einzuführen. Willi Klingberg selbst hatte schon mehrere Jahre in Rostock Hockey gespielt und war ein begeisterter Anhänger dieses schönen Sports. Als er dem damaligen Vorstand von seinen Plänen berichtete, war dieser wider Erwarten nicht sehr begeistert. Man witterte Gefahr für die Fußballabteilung. Schließlich stimmte der Vorstand der Gründung einer Hockeyabteilung unter der ausdrücklichen Bedingung zu, dass kein Fußballer, der für die erste Fußballmannschaft in Frage käme, für Hockey geworben würde. Diese Bedingung konnte Willi Klingberg bedenkenlos annehmen, denn er hatte ja nur die Absicht, das Hockeyspiel als Ausgleichsport für die Leichtathleten einzuführen und evtl. älteren Mitgliedern, die sich vom aktiven Sport zurückgezogen hatten, Gelegenheit zu geben, sich wieder sportlich zu betätigen. So entstand am 26.05.1926 die Hockeyabteilung bei Eintracht.

 

Da frühere Versuche anderer Vereine das Hockeyspiel in Celle einzuführen fehlschlugen, ist das Jahr 1926 als Geburtsjahr des Celler Hockeysports anzusehen. Willi Klingberg übernahm die Leitung der Hockeyabteilung. Zum ersten Training hatte sich auf dem Sportplatz am Alten Kanal eine stattliche Anzahl Interessenten eingefunden. Trainer Willi Klingberg verstand es mit viel Geschick  für das Spiel mit der kleinen weißen Kugel und dem Krummstock zu begeistern. Durch Trainingsfleiß und gute Kameradschaft in der jungen Abteilung wurden gute Fortschritte erzielt. Bereits am 6. Juni 1926 konnte die Damenmannschaft anlässlich der Platzeinweihung ihr erstes Spiel austragen. Gegner war eine aus fünf Herren und sechs Damen gebildete kombinierte Mannschaft des gerade gegründeten  Celler Hockey-Clubs. Das 0:0 darf als Erfolg der Einträchtlerinnen gewertet werden. Folgende Spielerinnen waren für Eintracht im Einsatz:

Gragert

 Wangerin          Gusti Herbst

Trüller     Schreiber      Soltendieck

Varrelmann     Flachsbart        Tilly Herbst              Müller              Happach

Die erste Herrenmannschaft trug ihr erstes Spiel am 22. August 1926 gegen Arminia Hannover aus. Hier spielten:

Berling

        Robert Müller        Gragert

F. Ohlmer     A. Hoffmann     Augustin

Varrelmann   Gouverts  Klingberg

 Soltendieck      H. Ohlmer

Es ging gut voran in der Hockeyabteilung. Die Mitgliedszahl wuchs ständig. Bei den Damen spielten bald Frau Müller, Elfriede Rummel, Hilde Baumann, Brettschneider, Seil, Kieckmann, Putti Thiele, Oelmann, Fey, Alice und Hilde Ockert, Hilde Günther, Weber, Martha Riggers, Edda Schmidt und Annemi Pumtow eine gute Rolle und trugen wesentlich zur Entwicklung des Celler Damen-Hockeys bei. Auch bei den Herren nahm das Interesse am Hockeysport stark zu. So hervorragende Sportler wie Fritz Renders, Kurt Altstädt, Erich Linnemacher, Heini Vogel, Fritz Schlüter, Richard Günther, Curt Kühne, Wolfgang Lüdecke, Erich Backhaus, Hubert Koch, Wilhelm Schütt und Walter Lettau fanden Freude am Hockeyspiel und bedeuteten eine wesentliche Verstärkung der Abteilung. Bald konnten eine zweite Damen- und Herrenmannschaft aufgestellt werden. Es entwickelte sich ein reger Spielverkehr mit Mannschaften aus Hannover, Braunschweig, Walsrode und Uelzen. Besondere Freundschaft pflegte man mit dem Hockey Club Oebisfelde, dessen Osterturniere stets ein sportlicher Höhepunkt waren. Diese Oebisfelder Oster-Hockeyturniere konnten verschiedentlich auch von Eintracht gewonnen werden, selbst bei Teilnahme der bekannt spielstarken Magdeburger Mannschaften.

 

1933 begann Walter Lüdecke nach erfolgreicher Leichtathletikzeit mit dem Hockeysport. Er war ein erfolgreicher Langläufer in der Zeit von 1923 bis 1933. Zu seinen größten Erfolgen zählten die Siege 1926 bis 1928 als dreimaliger 20-km Sieger quer durch die Eilenriede in Hannover sowie die Niedersächsische Meisterschaft 1931 im 10 km Lauf. Sein populärster Lauf war zweifellos die Teilnahme am 5 km Einladungslauf von Hannover 78 im Eilenriedestadion in Hannover mit der Teilnahme des achtmaligen Olympiasiegers Paavo Nurmi  aus Finnland. Nachdem die Hockeyabteilung auf festen Füßen stand, ging man daran die Jugend für den Hockeysport zu begeistern. Die Werbung wurde besonders erschwert durch die hohen Kosten für Schläger, Spieltracht, usw. Der erste Jugendliche war Otto Evermann, der noch bis 1955 in  der 1. Herrenmannschaft aktiv war.

 

1935 verließ Willi Klingberg Celle aus beruflichen Gründen. Sein Ausscheiden hinterließ  eine große Lücke. Kurt Altstädt und Hubert Koch übernahmen die Abteilungsleitung. Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges kam der Hockeysport zum Erliegen. Aber Walter Lüdecke hielt den Hockeysport auch in der Kriegszeit mit Jugendlichen hoch. Mit der richtigen Erkenntnis, dass eine jetzt aufgebaute Hockeyjugend nach dem Krieg Willi Klingbergs Werk fortsetzen könne, begann er 1940 mit den jugendlichen Otto Evermann, Jürgen Schenkemeyer, Wolfgang Franck, Heinz Topfstedt und Männe Fricke den Aufbau einer tüchtigen Hockey Jugendmannschaft. Otto Evermann spielte repräsentativ für das Gebiet Nordsee. Im Jahre 1944 erreichte die Spielstärke dieser Jugend ihren Höhepunkt. In Flensburg, Cuxhaven, Hamburg, Bremen, Berlin und Passau gaben die Blau-Weißen Proben ihres hervorragenden Könnens ab.

 

In den 40er und 50er Jahren waren die besten Hockeymannschaften aus Deutschland auf dem Eintrachtplatz zugegen.

 

In den 80er Jahren gelang es einer aus Eigengewächsen herangezogenen Herrenmannschaft sogar, in die erste Bundesliga in der Halle aufzusteigen.

 

 

Mittlerweile haben sich alle Teams in den Meisterschaftsrunden des NHV etabliert; im Erwachsenenbereich wird in der 4. höchsten Liga (Oberliga) gespielt.